Aktien zu kaufen ist in der Schweiz heute einfacher denn je – ein Online-Depot ist in wenigen Minuten eröffnet. Trotzdem schrecken viele vor dem ersten Schritt zurück. Dabei braucht es kein Vermögen und kein Fachwissen, um zu starten. Wichtig sind nur ein klarer Plan, etwas Geduld und das Verständnis für die Kosten.
Diese Anleitung führt Schritt für Schritt vom Depot bis zur ersten Order.

Schritt 1: Das passende Depot eröffnen
Um Aktien zu kaufen, brauchen Sie ein Wertschriftendepot. In der Schweiz bieten sowohl Hausbanken als auch günstige Online-Broker solche Depots an. Online-Broker sind in der Regel deutlich preiswerter, während die Bank am Schalter persönliche Beratung bietet. Achten Sie auf Depotgebühren, Courtagen (Handelsgebühren) und Fremdwährungskosten.
Schritt 2: Strategie festlegen – Einzeltitel oder ETF?
Für Einsteiger sind breit gestreute ETF (börsengehandelte Indexfonds) oft sinnvoller als einzelne Aktien, weil sie das Risiko über viele Unternehmen verteilen. Wer einzelne Titel kauft, sollte auf Diversifikation achten und nicht alles auf eine Karte setzen. Mehr zu den Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber zum Geld anlegen in der Schweiz.
Der Schweizer Aktienmarkt wird über die SIX Swiss Exchange gehandelt, an der die bekanntesten Schweizer Unternehmen kotiert sind. Daneben können Sie auch internationale Aktien und ETF kaufen.
Schritt 3: Die Order erfassen
Beim Kauf wählen Sie Anzahl und Ordertyp. Wichtigste Begriffe:
| Ordertyp | Bedeutung |
|---|---|
| Market-Order | Kauf zum nächstmöglichen Marktpreis – schnell, aber Preis nicht fix |
| Limit-Order | Kauf nur bis zu einem festgelegten Höchstpreis – mehr Kontrolle |
Für Einsteiger empfiehlt sich oft die Limit-Order, um nicht zu einem ungünstigen Preis zu kaufen.
Schritt 4: Kosten und Steuern verstehen
Beim Aktienkauf in der Schweiz fallen Courtage und die eidgenössische Stempelsteuer (Umsatzabgabe) an. Kursgewinne sind für Privatanleger in der Regel steuerfrei, Dividenden hingegen einkommenssteuerpflichtig. Studien zeigen, dass langfristig breit investierte Anleger deutlich bessere Ergebnisse erzielen als solche, die häufig handeln – jeder Kauf und Verkauf kostet Gebühren und schmälert die Rendite. Der Zinseszinseffekt belohnt Geduld.
Schritt 5: Halten und ruhig bleiben
Aktienkurse schwanken – das gehört dazu. Wer langfristig denkt und nicht bei jeder Schwankung verkauft, fährt historisch betrachtet am besten. Ein klarer Plan und das Vermeiden typischer Anlegerfehler sind entscheidend; mehr dazu in unserem Beitrag zur Vermögensverwaltung.
Häufige Fragen zum Aktienkauf in der Schweiz
Wie viel Geld brauche ich, um anzufangen?
Schon mit wenigen hundert Franken lässt sich starten. Wichtig ist, dass die Handelsgebühren im Verhältnis zum Anlagebetrag nicht zu hoch sind.
Sind Kursgewinne in der Schweiz steuerfrei?
Für Privatanleger sind realisierte Kursgewinne in der Regel steuerfrei. Dividenden müssen hingegen als Einkommen versteuert werden.
Aktien oder ETF für Einsteiger?
Breit gestreute ETF gelten als einsteigerfreundlich, weil sie das Risiko über viele Firmen verteilen und wenig Aufwand erfordern.
Wo kaufe ich Schweizer Aktien?
Über ein Wertschriftendepot bei einer Bank oder einem Online-Broker, der Zugang zur SIX Swiss Exchange und zu internationalen Börsen bietet.
Fazit
Aktien kaufen in der Schweiz ist kein Hexenwerk: Depot eröffnen, Strategie festlegen, Order erfassen – und dann Geduld haben. Wer auf tiefe Kosten, Diversifikation und einen langen Anlagehorizont setzt, legt den Grundstein für nachhaltigen Vermögensaufbau. Starten Sie mit einem Betrag, dessen Schwankungen Sie ruhig schlafen lassen.

