Aktien kaufen in der Schweiz: Guide für Einsteiger

Aktien kaufen in der Schweiz: Arbeitsplatz mit Kurschart vor Schweizer Finanzdistrikt

Wer in der Schweiz Aktien kaufen möchte, braucht zunächst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker sowie eine Vorstellung vom eigenen Anlagehorizont. Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens verbrieft. Sie räumt Anlegerinnen und Anlegern Mitspracherechte sowie einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns ein. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Einstieg in den Aktienhandel gelingt, welche Kosten anfallen und wie sich Risiken sinnvoll streuen lassen.

Was eine Aktie ist und wie der Schweizer Aktienmarkt funktioniert

Mit einer Aktie gehört man zu den Eigentümerinnen und Eigentümern des Unternehmens. Der Ertrag setzt sich aus zwei Quellen zusammen: der Dividende, die ein Unternehmen aus dem Gewinn ausschüttet, sowie einem möglichen Kursgewinn, wenn der Aktienkurs steigt. Beide hängen von der Geschäftsentwicklung und der Stimmung am Finanzmarkt ab.

Gehandelt werden Schweizer Aktien vor allem an der SIX Swiss Exchange, dem grössten Börsenplatz des Landes. Der Swiss Market Index (SMI) umfasst die 20 grössten und liquidesten Titel der SIX Swiss Exchange (Quelle: SIX Swiss Exchange, 2026). Zu den bekanntesten Titeln zählen Blue Chips wie Nestlé, Novartis oder ABB. Genannt sind sie hier als Marktbeispiele, nicht als Empfehlung.

Aktien unterscheiden sich von anderen Anlageklassen. Obligationen und Anleihen sind Fremdkapital: Anlegerinnen und Anleger leihen einem Staat oder Unternehmen Geld gegen einen fixen Zins. Ein Sparkonto bietet Liquidität, ein Rohstoff wie Gold folgt eigenen Preismechanismen. Aktien gelten im Vergleich als renditestärker, aber auch als volatiler.

Wo man in der Schweiz Aktien kaufen kann

Wer Aktien kaufen will, benötigt zuerst ein Depot. Ein Depot ist ein Konto, auf dem Wertpapiere verwahrt und Transaktionen abgewickelt werden. In der Schweiz stehen dafür drei Wege offen: die Hausbank, ein spezialisierter Online-Broker oder ein Neobroker mit App-basiertem Zugang. Wie ein reiner Online-Broker aufgebaut ist, lässt sich etwa an Swissquote nachvollziehen.

Die Wahl des Anbieters sollte sich an mehreren Kriterien orientieren: dem Gebührenmodell, den zugänglichen Handelsplätzen, der Liquidität der gehandelten Titel und der Berichterstattung im Kundenportal. Ebenso wichtig ist, wie unkompliziert sich Positionen kaufen und verkaufen lassen. Bei internationalen Titeln kommen zusätzlich die Konditionen für Fremdwährungen ins Spiel.

Seit 2020 regelt das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG), dass Banken und Broker Kundinnen und Kunden über Risiken und Kosten informieren müssen. Zusätzlich verlangt es eine Angemessenheitsprüfung vor dem Aktienkauf. Diese Prüfung soll sicherstellen, dass ein Anlageprodukt zu Kenntnissen und Erfahrung der Anlegerin oder des Anlegers passt. Eine individuelle Anlageberatung ist damit nicht automatisch inbegriffen.

Infografik: In fünf Schritten Aktien kaufen in der Schweiz
Der Weg zum ersten Aktienkauf in fünf Schritten.

Diese Kosten fallen beim Aktienkauf an

Der Aktienkauf verursacht mehrere Kostenarten, die die Wertentwicklung eines Portfolios über Jahre beeinflussen können. Pro gekaufter oder verkaufter Position berechnen Anbieter die Courtage, also die Transaktionsgebühr des Brokers. Hinzu kommen häufig Depotgebühren sowie Aufschläge bei Transaktionen in Fremdwährung, etwa wenn Titel nicht in Schweizer Franken (CHF) notieren.

Beim Kauf inländischer und ausländischer Wertpapiere fällt zusätzlich die Umsatzabgabe an. Sie beträgt 0,075 % des Kaufpreises bei inländischen und 0,15 % bei ausländischen Wertpapieren (Quelle: Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Bundesgesetz über die Stempelabgaben, Stand 2026).

Auch steuerlich lohnt sich ein genauer Blick. Kapitalgewinne aus dem Privatvermögen sind in der Schweiz steuerfrei (Quelle: Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 16 Abs. 3). Dividenden hingegen unterliegen der Einkommenssteuer. Auf Dividenden Schweizer Gesellschaften wird zudem eine Verrechnungssteuer von 35 % erhoben (Quelle: Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 2026). Personen mit Wohnsitz in der Schweiz können diese über die Steuererklärung zurückfordern. Tiefer in die steuerliche Seite führt ein Überblick über verbreitete Steuerfallen beim Investieren.

Aktienkauf in der Schweiz: Kosten und SteuernCourtage und DepotgebührVom Anbieter abhängigVor dem Kauf Gebührenmodelle vergleichenUmsatzabgabe0,075 % / 0,15 %Inländische / ausländische Titel (ESTV)Verrechnungssteuer35 % auf DividendenIn der Schweiz rückforderbar (ESTV)KapitalgewinnSteuerfreiIm Privatvermögen (DBG Art. 16 Abs. 3)Quellen: Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV; Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 16 Abs. 3. Stand 2026.tuugo.ch
Kosten- und Steuerpunkte, die beim Aktienkauf in der Schweiz anfallen.

Risiko streuen statt auf einzelne Titel setzen

Wer das gesamte Kapital in eine einzelne Aktie steckt, geht ein Klumpenrisiko ein: Entwickelt sich dieses eine Unternehmen schlecht, leidet das ganze Portfolio. Diversifikation verteilt das Kapital stattdessen auf mehrere Branchen, Regionen und Anlageklassen. Fällt ein Titel aus, tragen die übrigen Positionen das Ergebnis weiter.

Ein kostengünstiger Weg zu einer breiten Streuung führt über Fonds. Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index wie den SMI oder einen globalen Aktienindex nach und bündelt so viele Titel in einem einzigen Wertpapier. Aktienfonds mit aktivem Management verfolgen einen ähnlichen Ansatz, verlangen dafür meist höhere Gebühren.

Kursschwankungen gehören zum Aktienmarkt dazu und sind kein Zeichen einer fehlerhaften Anlagestrategie. Je nach Konjunktur und Zinsniveau fällt die Volatilität einzelner Titel oder ganzer Branchen unterschiedlich aus. Über einen langen Anlagehorizont lassen sie sich eher aussitzen als bei kurzer Haltedauer. Anlageziele bestimmen deshalb, wie viel Risiko im Portfolio sinnvoll ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kaufen?

Den perfekten Einstiegszeitpunkt an der Börse zu finden, gelingt selbst erfahrenen Anlegern nur selten zuverlässig. Kurzfristige Kursbewegungen lassen sich kaum vorhersagen. Entscheidender als der exakte Tag des Aktienkaufs ist der Anlagehorizont: Wer sein Geld über zehn oder mehr Jahre investiert lässt, gleicht kurzfristige Kursschwankungen tendenziell aus.

Eine bewährte Methode ist der gestaffelte Einstieg, auch Cost-Averaging genannt. Statt eine grosse Summe auf einen Schlag anzulegen, investieren Anlegerinnen und Anleger regelmässig kleinere Beträge, etwa monatlich 200 Schweizer Franken. Das reduziert das Risiko, ausgerechnet zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu kaufen und zu verkaufen. Über lange Zeiträume kommt zusätzlich der Zinseszinseffekt zum Tragen, weil bereits erzielte Erträge mitverzinst werden. Eine Berechnung zeigt anschaulich, wie sich der Zinseszins über Jahrzehnte aufbaut, und warum ein früher Einstieg oft wichtiger ist als der exakte Kaufzeitpunkt.

Wer sich mit der Frage beschäftigt, wann ein Einstieg an der Börse sinnvoll ist, stösst in Fachbeiträgen zum Thema Aktien kaufen oft auf denselben Befund. Der Anlagehorizont zählt mehr als der punktgenaue Einstiegstag.

Typische Fehler beim Aktienkauf

Auch erfahrene Anlegerinnen und Anleger unterschätzen gelegentlich Risiken, die sich mit etwas Planung vermeiden liessen. Die folgenden Fehler tauchen in der Praxis besonders häufig auf und lassen sich mit einer klaren Anlagestrategie meist umgehen.

  • Zu wenig Streuung: Das gesamte Kapital fliesst in wenige Titel oder eine einzelne Branche.
  • Panikverkauf bei Kursrückgängen, statt die ursprüngliche Anlagestrategie beizubehalten.
  • Kaufentscheide auf Basis von Medienhypes statt auf Basis fundierter Analyse.
  • Gebühren und Steuern werden bei der Kalkulation der Wertentwicklung ignoriert.
  • Investiertes Geld wird kurzfristig benötigt, etwa für geplante grössere Anschaffungen.
  • Es fehlt eine schriftlich festgehaltene Anlagestrategie mit klaren Anlagezielen.

Bekannte Muster lassen sich gezielt vermeiden. Eine schriftliche Anlagestrategie hilft, in turbulenten Marktphasen nicht impulsiv zu handeln, sondern am Anlagehorizont festzuhalten. Ist das Geld kurzfristig womöglich anderweitig nötig, gehört ein Puffer ausserhalb des Portfolios dazu.

Häufige Fragen zum Aktienkauf

Wie kauft man Aktien als Anfänger?

Zuerst braucht es ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Danach fliesst Kapital auf das Verrechnungskonto, und die gewünschten Titel lassen sich auswählen. Vorab lohnt es sich, die eigenen Anlageziele und den Anlagehorizont festzulegen.

Kann man schon mit 100 Franken Aktien kaufen?

Ja, mit 100 Schweizer Franken (CHF) lassen sich einzelne Aktien oder ETF-Anteile kaufen, sofern der Kurs darunter liegt. Viele Broker bieten zudem Sparpläne mit kleinen monatlichen Beträgen an. Wichtiger als die Summe ist die Regelmässigkeit der Einzahlungen über einen langen Zeitraum.

Welche Aktien soll man auswählen?

Statt einzelne Titel zu jagen, lohnt sich ein Blick auf die eigene Anlagestrategie. Passen Branche, Region und Risikoprofil eines Unternehmens zu den persönlichen Anlagezielen? Alternativ deckt ein breit gestreuter ETF den Markt ab, ohne dass einzelne Titel ausgewählt werden müssen. Eine unabhängige Anlageberatung hilft bei der Einordnung.

Wie hoch sind die Gebühren beim Aktienkauf?

Die Gebühren setzen sich meist aus Courtage, Depotgebühr und der Umsatzabgabe von 0,075 % beziehungsweise 0,15 % zusammen. Hinzu können Fremdwährungsaufschläge kommen, wenn Titel nicht in Schweizer Franken notieren. Ein Vergleich der Gebührenmodelle verschiedener Anbieter lohnt sich, weil sich Kosten über Jahre summieren können.

Fazit

Aktien kaufen in der Schweiz ist heute unkompliziert zugänglich, erfordert aber Vorbereitung. Vor der Depoteröffnung lohnt ein Vergleich der Gebühren verschiedener Anbieter. Die eigene Anlagestrategie gehört schriftlich festgehalten. Breite Streuung über Branchen, Regionen und Anlageklassen reduziert das Klumpenrisiko einzelner Titel. Ein kostengünstiger Fondsansatz bietet dafür einen soliden Einstieg. Langfristig zu denken zahlt sich häufiger aus als der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu treffen. Wer Anlageziele, Kosten und Anlagehorizont vorab klärt, muss später seltener kurzfristig umdisponieren.

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